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Libra - �asopis Hrvatskog kulturnog kluba
 

Abenteuer an der Adria

Ende Juni, in der Bucht Porti� auf Premantura, der südlichsten Spitze der Halbinsel Istrien. Ich wollte mir meinen langjährigen Wunsch erfüllen, der mich seit meiner Kindheit verfolgte, auf meinem 8-Meter-Segelboot durch die Adria zu segeln. Ich entschied mich, die meiste Zeit der Reise, allein zu verbringen. Es ist der einzige Weg mit dem Meer Eins zu werden, ohne all die Dinge, die einen im täglichen Leben umgeben: Probleme, Kummer, Eile, und Stress. Auf dem Meer ist es zwar nicht immer idyllisch, aber dennoch ruhiger und entspannter.

Ich habe die Reise im Frühsommer begonnen, bevor die grossen Menschenmassen kommen und das Wetter stabil ist. Tagsüber weht der Maestral, es ist der Süd-West-Wind, der gegen Ende des Tages allmählich stärker wird, aber der nie Sturmstärke erreicht, was ideales Segelwetter bedeutet.

Am zehnten Tag meines Segeltörns, am späteren Nachmittag, ankere ich im Hafen Pola�e auf der Insel Mljet (lat. Melita, ital. Meleda), die nach dem Helden Homers, auch Odysseus Insel genannt wird. Der, der Legende nach,  wegen seiner Liebe zur Nymphe Kalypso und seiner Faszination für die Schönheit der Landschaft, sieben Jahre auf der Insel geblieben sein soll.  

Nach einer ruhigen Nacht im Hafen von Pola�a, beschloss ich mir ein wenig die Beine zu vertreten und die Insel zu erkunden. Ich sprang über Bord und schwamm ans Ufer. Dann musste ich durch Gebüsch, um die Strasse, welche ins Dorf führt, zu erreichen. Dies erwies sich aber als viel schwieriger, als erwartet. Das Durchdringen des dichten Gebüschs dauerte eine gute halbe Stunde, schlussendlich kam ich mit schmerzhaften Schnittwunden und einem zerrissenen T-Shirt auf der Strasse an. Es war ein seltsames Gefühl, nach so vielen Tagen an Bord, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Die Landschaft schwankte vor meinen Augen, als wäre ich betrunken. Nachdem ich eine kleine Anhöhe erklommen hatte, verstand ich warum Pola�e zum Nationalpark Mljet gehört. Wunderschöne Natur, Pinienduft, der die Sinne betört und dichte Kieferwälder bis hin zum türkisfarbenen Meer. Das einzige Geräusch, das man hören konnte, war das Rauschen des Windes in den Baumkronen und das Zirpen der Grillen. Diese unberührte, natürliche Schönheit raubte mir den Atem, es war einfach der Himmel auf Erden ...

Der Hafen in Pola�e liegt in einer der schönsten und sichersten Buchten der Adria. Er bot den Matrosen, seit der Antike, einen sicheren Ankerplatz und Schutz vor starken Winden und schlechtem Wetter. Die vier kleinen Inseln Mora�nik, Tajnik, Ovrata und Kobrava verschliessen die Bucht von der nordöstlichen Seite her, so fühlt man sich wie auf einem See. Im dritten Jahrhundert wurde in Pola�e ein römischer Palast errichtet. Obwohl er nun in Trümmern liegt, ist er eines der wichtigsten römischen Denkmäler in Dalmatien. Die Überreste imposanter Stadtmauern und zweier Basiliken zeugen von einer reichen Geschichte.

Etwa eine halbe Stunde später kam ich zum Eingang des Nationalparks Mljet. Meinen Versuch, am Schlagbaum unbemerkt vorbeizugehen, verhinderten die Parkwächter. Da der Eintritt 90 Kuna kostete, entschied ich mich für den billigeren Weg, durch Weinberge und Olivenhaine. Der Weg war nicht nur billiger, sondern erwies sich erst noch als kürzer. Nach fünfzehn Minuten auf schmalen Pfaden und über Grenzsteine hinweg, kam ich zu den zwei einzigartigen Meeres- Seen „Veliko“ und „Malo jezero“. Indem das Meer durch enge Gänge im Gestein tief in die Insel eindrang, bildete es diese zwei Seen. Es ist der berühmteste Teil des Nationalparks.

Nachdem ich einen Spaziergang um die beiden Seen und die Insel Sveta Maria, mit der gleichnamigen romanischen Kirche und einem Kloster, gemacht hatte, wollte ich auf die alte Strasse zurück. Aber ein Parkwächter sah mich durch den Olivenhain, "Hallo, hast du ein Ticket?".  Es überraschte mich nicht, dass er in der Menschenmenge gerade mich angehalten hatte, denn ich stach mit meinem unrasierten Kinn und meinem zerrissenen T-Shirt ganz klar aus der Umgebung heraus. Er zeigte mir die Kasse, wo ich das Ticket kaufen konnte. Ich dankte ihm, aber er folgte mir bis er sich vergewisserte, dass ich auch wirklich ein Ticket kaufte. Was ich heute gesehen hatte war mir aber jede Kuna wert. Ich wäre gerne noch ein paar Tage auf der Insel geblieben, hatte aber leider keine Zeit mehr. Denn ich hatte bereits geplant, am nächsten Tag wieder weg zu segeln.  

Nach acht Kilometer Fussmarsch in brütender Hitze, kam ich zum Boot zurück. Ich kochte mir ein Abendessen, wusch die Wäsche und führte kleinere Reparaturen auf dem Schiff durch. Jetzt brauchte ich nur noch einen guten Schlaf und Ruhe für die Rückfahrt. Auf mich warteten 10 Tage und 350 Meilen, die ich gegen Wind segeln musste.


Text: Igor Gašparovi�
Übersetzung: Gorana Nydegger

Aus der Libra Nr. 29, der Zeitschrift des Kroatischen Kulturklubs der Schweiz

 
 
 
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